Zu schnell gefahren – Bußgeldbescheid im Briefkasten

In dem heute oft hektischen Straßenverkehr wird auch der übervorsichtigste Autofahrer irgendwann einen Fehler begehen. Er ist zu schnell gefahren. Für einen solchen Fall sollten Sie jederzeit gewappnet sein. Lesen Sie hier auf Auto-Wissen.org, mit welchen Strafen Sie zu rechnen haben und worauf Sie bei Bußgeldbescheiden achten sollten.

Zu schnell gefahren - daraus können Bußgeldbescheid und Fahrverbot resultieren.
Wer beim zu schnellen Fahren erwischt wird, riskiert neben einem teuren Bußgeldbescheid auch ein Fahrverbot. © Arno Bachert by pixelio.de

Haben Sie einen Verkehrsverstoß begangen, dauert es nicht lange, bis ein Bußgeldbescheid im Briefkasten liegt. Fatal ist in solch einem Fall die völlige Unkenntnis über die Folgen von Verkehrsverstößen und die eigene Unsicherheit als Beschuldigter.

“Rot!” – nicht immer schuldig!

An einer Ampel ist eine Sekunde entscheidend: Wer die Ampel bei Rot überfährt, erhält einen Bußgeldbescheid. Bei mehr als einer Sekunde drohen ein Monat Fahrverbot und ein Bußgeldbescheid.
Für den Verstoß kann nur der Fahrer und nicht der Halter des Fahrzeugs belangt werden. Insbesondere, wenn der Fahrer nicht vor Ort gestoppt wird oder nicht eindeutig auf einem Foto identifiziert werden kann, ist genau zu prüfen, ob ein Beschuldigter zur Tatzeit ein Fahrzeug überhaupt in Benutzung hatte und wie der Tatnachweis genau geführt wurde.
Denn die Sekundenfrist gilt nicht unbedingt an der Haltelinie. So muss das Erreichen des Schutzbereichs des Querverkehrs ermittelt worden sein. Einem Fahrverbot könnte ein Betroffener auch bei technischen Störungen oder Fehlern bei der Rot- oder Gelblichtzeit entgehen. Zeugenbeobachtungen können ebenfalls zweifelhaft sein.

Schnelle Fahrt – leerer Geldbeutel

Zu schnelles Fahren wird durch eine technische Messung festgestellt. Die Höhe vom Bußgeldbescheid ist von folgenden Kriterien abhängig:

Geschwindigkeitsüberschreitungen bis 20 km/h ziehen ein Verwarnungsgeld von 30 Euro nach sich. Wer mehr als 21 km/h zu schnell fährt, riskiert neben dem Bußgeldbescheid ein Fahrverbot. Dass der Fahrer nicht vorsätzlich zu schnell gefahren ist, kann er kaum nachweisen. Es ist auch kaum sinnvoll, das Messverfahren nachprüfen zu lassen.

Plakette zur rechten Zeit gibt Sicherheit

Seit dem 1. April 2012 werden bei der Fahrzeug-Hauptuntersuchung festgestellte Mängel genauer dokumentiert. Bei versäumtem Untersuchungstermin wird die Plakette nicht mehr zurückdatiert. Der Prüfer wird künftig bei nach dem 1. April 2012 neu zugelassenen Fahrzeugen eine Probefahrt vornehmen, die Lenkung prüfen und die Bremsen testen. Bei Überschreitung der Prüffrist sind 15 EUR, im Zeitraum zwischen 2-4 Monaten ein Verwarnungsgeld von 25 EUR fällig. Bei längeren Zeiträumen muss der Säumige mit Bußgeldbescheid und Fahrverbot rechnen.

Kenntnisse geben dem Verkehrsteilnehmer Sicherheit und stärken sein Selbstbewusstsein im Straßenverkehr. Unkenntnis schützt gewiss nicht vor einem Bußgeldbescheid. Im Blog für Verkehrsrecht www.ra-oc.de gibt es viele aktuelle Informationen.