Runderneuerte Winterreifen und ihre Tauglichkeit

Runderneuerte Winterreifen haben sich von ihrem fragwürdigen Ruf der letzten Jahre erholt. Unabhängige Tests bestätigen den Reifen durchaus eine wintertaugliche Funktionalität und sehen sie als günstige Alternative zu Neureifen. Auto-Wissen.org informiert Sie über Tests, Preise und Qualitätsmerkmale!

Als runderneuerte Winterreifen werden Reifen bezeichnet, die bereits gebraucht und im Zuge dessen aufgrund ihres Alters oder des abgefahrenen Profils ausgemustert wurden. Diese werden dann überarbeitet und wieder einsatzfähig gemacht, indem sie neue profilierte Laufstreifen erhalten. Immer mehr Händler bieten ihren Kunden diese Winterreifen mit einer Kostenersparnis von bis zu 50 Prozent gegenüber Neureifen an. Doch ist die Qualität mit derjenigen von neuen Reifen vergleichbar?

Runderneuerte Winterreifen im ACE-Reifentest

Runderneuerte Winterreifen sind vor allem für Fahrzeuge mit einer niedrigeren Geschwindigkeitsklasse eine preiswerte Alternative zu Neureifen. © Dominik Pöpping / pixelio.de

Runderneuerte Winterreifenmodelle werden in Deutschland von drei Herstellern angeboten: Rigdon, Ökon und Rodos. Die hergestellten Reifen müssen durch den TÜV zugelassen werden und erfüllen folglich den laut TÜV geltenden Mindestanforderungen an Sicherheit und Fahrtauglichkeit. Der ACE-Reifentest stellte darüber hinaus im Oktober 2013 fest, dass runderneuerte Winterreifen mit Ganzjahresreifen und herkömmlichen Winterreifen durchaus mithalten können. Mit ihnen bekämen „Sparfüchse gelegentlich zum halben Preis immerhin drei Viertel der Leistung eines reinrassigen Winterreifens geboten“, heißt es in dem Bericht. (www.ace-online.de) Die wintertaugliche Funktionalität der nach hohen Industriestandards gefertigten runderneuerten Winterreifen sei für den Stadtverkehr absolut ausreichend. In den Tests zeigten sie eine ausgezeichnete Haftung auf Schnee, und auch die Schnelllauftauglichkeit ist in der Regel fehlerfrei. Ein anderes Bild zeichnete sich jedoch bei Nässe ab: Hier war die Tauglichkeit sämtlicher getesteter Reifen in allen sechs geprüften Handlings-Disziplinen bedauerlicherweise nicht hundertprozentig überzeugend, weshalb die Tester des ACE eine Aufforderung an die Hersteller zur Nachbesserung äußerten.

Was kennzeichnet einen runderneuerten Winterreifen?

Runderneuerte Winterreifen sind an bestimmten Kennzeichen an der Seitenwand eines Autoreifens erkennbar. Dazu zählen:

  • „R“, „retread“ oder „runderneuert“
  • DOT-Nummer (Angabe zum Reifenalter)
  • ECE-Prüfzeichen (europäisches Siegel für genehmigungspflichtige Kfz-Teile)

Qualitativ hochwertige Reifen sind darüber hinaus an dem in der Seitenwand eingeprägten Logo der AIR-Mitglieder erkennbar. Dieses steht für die Arbeitsgemeinschaft industrieller Runderneuerer. Die bereits erwähnten Betriebe Ökon, Rigdon und Rodos sind aktive Mitglieder. Mit ihren Reifen haben sie sich aufgrund dessen den Qualitätsrichtlinien des TÜV unterworfen. Grundsätzlich müssen auch runderneuerte Winterreifen ein „M+S“ Zeichen (Matsch- und Schlamm) besitzen, welches ihnen die Fahrtauglichkeit bei winterlichen Verhältnissen bescheinigt. Wichtig ist zudem das Vorhandensein des Schneeflockensymbols, das für eine gute Haftung bei Schnee und Eis garantiert.

Im Vergleich zu Premium-Winterreifen ist bei runderneuerten Reifen mit einer Preisersparnis von bis zu 50 Prozent zu rechnen. Das kann zum Beispiel bei der Anschaffung eines Satzes Winterreifen Kompletträder im üblich Format 195/65 R 15T bis zu 120 Euro ausmachen. Dennoch ist zu berücksichtigen, dass der Verschleiß dieser Reifen oftmals 30 Prozent höher ist als der von Premiumreifen. Der Grund dafür liegt in dem bereits begonnenen Alterungsprozess des Reifens, durch den die Stabilität des Reifengerüsts beeinträchtigt sein kann. Deshalb werden runderneuerte Winterreifen immer in eine niedrigere Geschwindigkeitsklasse eingestuft.

Fazit

Wenn Sie sich auf die Produkte anerkannter Hersteller wie Ökon, Rigdon und Rodos verlassen, können Sie mit dem Kauf von runderneuerten Winterreifen wenig falsch machen. Sie können mit teils überraschend guten Fahreigenschaften auf verschneiter Fahrbahn durchaus überzeugen und sind zudem preisgünstig. Allerdings ist zu berücksichtigen, dass sie nur für Fahrzeuge mit einer niedrigeren Geschwindigkeitsklasse als Winterreifen in Erwägung gezogen werden können.