Autoversicherung: Sind Autorennen und damit verbundene Schäden eigentlich enthalten?

© istock.com / Pley
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Durchdrehende Reifen, heftige Kurven und Höchstgeschwindigkeit: Viele Autofans suchen den absoluten Adrenalin-Kick und nehmen an Autorennen teil, die natürlich ganz gesittet und vor allem legal auf dafür geeigneten Rennstrecken stattfinden und nicht im Straßenverkehr. Wenn aber sogar ein Babyaufkleber den Versicherungsschutz im Schadensfall mindern kann, wie ist es dann eigentlich bei Autorennen: komplett eigenes Risiko oder in der Versicherung enthalten?

Teilkasko & Vollkasko – wo steht etwas von Autorennen?

Wer sich für einen Neu- oder Gebrauchtwagen entscheidet, muss ihn versichern. Die Haftpflichtversicherung ist obligatorisch, jeder muss sie haben. Sie deckt Sachschäden, Personenschäden und Vermögensschäden bei und von Dritten ab. Die Kaskoversicherungen beziehen sich auf Schäden am eigenen Fahrzeug, wobei nur die Vollkasko wirklich alles abdeckt. Darin enthalten sind dann auch selbst verursachte Schäden am eigenen Fahrzeug.

Liegt hier bereits der Schlüssel zur Ausgangsfrage? Die Antwort lautet nein. Jemand, der eine Vollkaskoversicherung oder auch nur eine Teilkaskoversicherung genießt, ist zwar abgesichert gegen Schäden, die durch Dritte oder durch einen selbst verursacht werden. Doch die Thematik des Autorennens hat einen Sonderstatus, der sich “grobe Fahrlässigkeit” nennt. Wer sich auf ein Rennen einlässt, bei dem das Unfall- und Schadensrisiko durch hohe Geschwindigkeit und eventuellen Kontrollverlust deutlich höher als im Straßenverkehr ist, muss damit rechnen, dass die Versicherung im Schadensfall nicht zahlt.

Wie kann man sich gegen “grobe Fahrlässigkeit” absichern?

Versicherungsnehmer, die vorhaben, an Autorennen teilzunehmen, sollten daher genau in ihre Police schauen und die Versicherung auf den Gegenstand ansprechen. Oft ist es möglich, die Absicherung im aus grober Fahrlässigkeit entstandenen Schadensfall mit aufzunehmen, was allerdings selbstverständlich auch mehr kostet. Alternativ bietet sich der Abschluss einer speziellen Versicherung an.

© istock.com / nycshooter
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Es ist also richtig, dass bei einem Rennen ein selbst verursachter Schaden entstanden ist, der eigentlich abgesichert wäre. Es war aber bei einem Rennen und nicht im Straßenverkehr. Eine letzte Frage verbleibt jedoch: Was passiert, wenn es beim Rennen zum Unfall kommt und man selbst nicht der Verursacher ist? Da bewegt man sich in einer Grauzone und theoretisch würde das Argument der groben Fahrlässigkeit immer noch zutreffen. Versicherungen entscheiden dann meistens individuell und mal zum Vorteil, wie auch mal zum Nachteil des Versicherungsnehmers. Eine einheitliche Richtung gibt es dahingehend nicht.

Wer also Rennen fahren möchte, sollte zweimal auf seinen Versicherungsstatus achten und ins persönliche Gespräch mit seiner Versicherung kommen.